Unterrichtsystem, Lehrplan

Lehrauftrag
Um die individuelle, künstlerische Entwicklung nicht zu beeinflussen, werden die betreuenden KünstlerInnen die Arbeiten der StudentInnen nicht kritisieren oder beurteilen. Die StudentInnenen werden nur in Fragen technischer Bereiche wie Farbenlehre, Perspektive etc. beraten.

Die Sonnengöttin Surya
In Indien wird die Sonne von den KünstlerInnen als Surya, die Gottheit der Farben und Künste, verehrt. „Surya Namaskar“ ist ein Gebet an die Sonne, um ihre Energie aufnehmen zu dürfen. Die StudentInnen beginnen den Unterricht täglich mit dem Sonnengebet und 10-minütiger Meditation.
Diese „Schulvorschrift“, die energetisch sensibilisieren soll, wurde mit großem Respekt angenommen. Die StudentInnen bedankten sich, dass das Göttliche in ihre Schule und ihren Unterricht nicht nur einbezogen, sondern vorangestellt wurde.

Die Farben
In den ersten beiden Schulwochen werden den StudentInnen zum Malen ausschließlich schwarze und weiße Farbe zur Verfügung gestellt. In den darauf folgenden 3 Wochen erhalten sie zusätzlich die Farbe Blau, dann 3 Wochen Gelb anstatt Blau und nach weiteren 3 Wochen Rot statt Gelb.
Danach wird mit dem Mischen der Farben Gelb und Blau sowie Gelb und Rot begonnen. Wesentlich ist es, dass die StudentInnen, die zum Teil erstmals malen, langsam mit dem Zauber der Farben vertraut werden und ihnen genügend Zeit gemäß ihrer Entwicklung eingeräumt wird.

Themen
Nach der Begegnung mit den Farben und den Maltechniken werden den StudentInnen einfache objektbezogene Themen wie z. B. Früchte, Tiere etc. vorgegeben. Die Themen werden von den StudentInnen aber selbst gewählt.

Workshops
In den Wintermonaten werden einwöchige Workshops mit je einem/er KünstlerIn oder KunsterzieherIn aus Indien und Österreich organisiert. Begonnen hat im Februar 2006 der österreichische Künstler Tone Fink.
Gemeinsam werden sie die StudentInnen mit Maltechniken, verschiedenen Malstilen und künstlerischen Zugängen vertraut machen.

Die Auswahl der österreichischen KünstlerInnen wird davon abhängig sein, welche KünstlerInnen sich im Zeitraum der geplanten Workshops ohnehin mit anderen Projekten in Indien aufhalten. Diesbezüglich vermittelt die Ö Botschaft in New Delhi.

Galerien können „ihre“ KünstlerInnen für Workshops vorschlagen, sofern sie eine Ausstellung mit den Arbeiten des Künstlers und der StudentInnen, die im Workshop entstanden sind organisieren.


Der weitere Lehrplan
Um das Potential der StudentInnen optimal zu fördern, wird der weitere Lehrplan offen gehalten, um ihre unvorhersehbare Entwicklung bestmöglich begleiten zu können.


Der Bericht
Vom Schulkoordinator werden wöchentlich Situationsberichte gesendet.
Von den betreuenden KünstlerInnen werden 2x monatlich Reproduktionen der Werke und ein Bericht über die künstlerische Entwicklung der StudentInnen gesendet. Dadurch können wir von Österreich aus den Lehrplan mitgestalten. Die WIA sendet monatlich einen Konto- und Situationsbericht.