Historisches

Lepra (griech. „lepros“ = abschuppen, schuppig) ist eine der ältesten Infektionskrankheiten der Menschheit, deren Ursprung vermutlich in Indien liegt.

Den ersten Hinweis auf Lepra findet man bereits in den vor 3500 Jahren geschriebenen indischen Veden. Darin ist festgehalten, wie man sich vor Lepra schützen kann. Um 600 v. Chr. wurde zum ersten Mal eine wissenschaftliche Abhandlung veröffentlicht, die das Erscheinungsbild der Krankheit und ihre Behandlung mit „Chaulmoogra oil“ genau beschreibt. In Indien wird die Krankheit als „Kushtha“ bezeichnet. „Kushtha“ leitet sich vom Wort „Kushnati“ ab und bedeutet im Sanskrit soviel wie „eating away“/zerfressen.

In China, Japan und Griechenland trat die Lepra ziemlich zeitgleich um ca. 400 v. Chr. auf. Man nimmt an, dass sie von den Soldaten Alexander des Großen von ihrem Feldzug in Indien nach Griechenland eingeschleppt wurde.

Das erste unumstrittene Zeugnis dieses Leidens sind Gebeine einer ägyptischen Mumie aus dem Jahr 200 v. Chr. Wahrscheinlich wurde die Plage von Pompejus’ Soldaten bei ihrer Rückkehr aus Ägypten nach Italien gebracht, von wo sich der Aussatz in ganz Europa verbreiten konnte.

Auch die Bibel berichtet von Aussatz und Aussätzigen, jedoch geht man heute auf Grund der Beschreibung des Krankheitsbildes davon aus, dass es sich nicht nur um Lepra sondern auch um andere Hautkrankheiten gehandelt haben muss. Die früheste Aufzeichnung des Leidens in Europa fand 150 n. Chr. in Griechenland statt.

Man vermutet, dass die Krankheit während des Mittelalters vom Mittleren Osten entlang der Handelswege nach Afrika gebracht wurde. Von dort wurde sie später nicht nur von europäischen Auswanderern nach Nordamerika, sondern auch von afrikanischen Sklaven nach Südamerika verschleppt.

Zu Beginn des 12. Jhdts. grassierte sie in ganz Europa und es existierten zu dieser Zeit um die 19000 Leprosarien. Aus nicht vollständig geklärten Gründen begann im 15. Jhdt. die Zahl der Infizierten zu sinken, und die Lepra war gegen Ende des 16. Jhdts. so gut wie verschwunden. Wahrscheinlich spielte dabei die Co-Infektion mit Tuberkulose eine Rolle. Infizierte sich ein von Lepra geschwächter Mensch zusätzlich mit dieser Krankheit, so verursachte diese einen schnellen Tod. Dadurch gab es immer weniger Leprakranke und in Folge konnten sich immer weniger Menschen mit dem Aussatz infizieren.

In Norwegen erreichte die Lepra jedoch im 19. Jhdt nochmals einen Höhepunkt, bei dem der norwegischen Arzt G. H. Armauer Hansen den Erreger, das Mycobacterium Leprae, entdeckte.