Soziale Kunst

In diesen Projektstunden bzw. -tagen will der österreichische Multimediakünstler Werner Dornik junge Menschen für Kunst und soziales Engagement begeistern.

Am Beginn wird jede(r) SchülerIn aus einer Schuhschachtel eine Camera Obscura anfertigen und ein Selbstportrait herstellen. Die dazu nötige Belichtungszeit wird in die Relativität der Zeit führen. Von der Relativität ausgehend wird das innere Erleben eines Menschen im Bezug zu äußeren Geschehnissen ergründet, und die inneren wie die globalen Zusammenhänge von Geben und Nehmen untersucht.
Wie man durch Kunst, Kultur und sozialem Engagement in der Welt etwas bewegen und verwirklichen kann, dokumentiert der Künstler an seinem eigenen Werdegang u.a. mit Bildern, Büchern, Cd’s und Filmen.


Dornik arbeitet seit 1980 mit den Medien Fotografie, Film, Text, Musik und Malerei in Europa und Asien. Seine Projekte richten sich zumeist gegen die Konsumgesellschaft, bemühten sich um die geistige Freiheit und unterstützen Leprastationen in Indien und Menschen mit Behinderungen in Österreich.

In seinem aktuellem Projekt, BINDU-ART-SCHOOL können “aussätzige““ Menschen in Südindien mit dem Malen von Bildern Geld verdienen, und sich und ihre Kinder von den Erniedrigungen des lebenslangen Almosenempfanges befreien.

Indische und österreichische KünstlerInnen werden in Malworkshops den „Aussätzigen“ die Techniken des Malens näher bringen. Fern von “charity” werden in multimedial konzipierten Ausstellungen und über eine Website die Bilder zum Verkauf angeboten.

Die LEPRA-ART-SCHOOL ermöglicht den Leprakranken die Selbsthilfe, und da sie mit einem Teil Ihres Einkommens eine weitere Schule unterstützen, werden sie selbst zu Helfenden. Dieser Weg der Entwicklungshilfe wird durch eine Buch-, Internet- und Fernsehdokumentation sowie durch Schulprojekte und Medien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weitere Details: www.BINDU-art.at  

Die SchülerInnen können das Projekt BINDU-ART-SCHOOL mit eigenen Ideen weiterentwickeln und unterstützen oder selbst Projekte mit eigenständigen Themen entwerfen und verwirklichen.

Jede(r) SchülerIn soll aber vorweg selbst erkennen und entscheiden, ob sein Interesse im sozialen Engagement, in der Kritik an Gesellschaften, Religionen, Umwelt, im Nichts tun, in Kunst oder anderen Bereichen liegt. Die inhaltlichen Schwerpunkte und die Dauer der Projekttage können von den SchülerInnen und LehrerInnen gewählt und bestimmt werden.

In den Projekttagen besteht auch die Möglichkeit die Künstlerin Mag. Barbara Weizenböck einzuladen, die den SchülerInnen über multimediale Kreativmethodiken die Findungs-prozesse in der Kunst und im speziellen der sozialen Kunst erleichtern.

Falls SchülerInnen Projekte entwickeln, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, besteht die Möglichkeit diesen Prozess zu begleiten und die Projekte gemeinsam zu verwirklichen.

Je Projektdauer können auch Details wie z.B. in der Photografie auf die Bildgestaltung, die Eigenschaften von Licht, Vor- und Nachteile von Kameras, das Aufnahmematerial, die Ausarbeitung und Präsentation von Bildern, Publikationsmöglichkeiten, die Gestaltung einer Ausstellung, Marketing und Förderstellen erörtert werden.

Die sozialen Kunsttage sind für Kunst interessierte LehrerInnen und SchülerInnen gedacht, die mit Freude bereit sind, mit hochgekrempelten Ärmeln sich selbst und ihre Umwelt zu bewegen.

http://www.kulturkontakt.or.at/KulturKontakt.aspx?target=123473#show_123473 


Kurzbiographie

Werner Dornik zeigte seit 1980 in Europa und Asien über 38 Einzelausstellungen 1992 publizierte er u. a. den Foto-Text-Band „If you go you just go“, der mit dem Ehrenpreis zum Staatspreis „Die schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet wurde. Als Kurator des Künstleraustauschprojektes „The Search Within“ beleuchtete er über drei Jahre gemeinsam mit 20 Künstlern aus Österreich und Indien mittels Ausstellungen, Symposien und Publikationen die politischen und geistigen Hintergründe der Modernen Malerei in beiden Ländern. 2000 wies er mit dem Multimedia-Projekt „The Journey from: Technic to: Techno“ in Europa und Indien auf die Gefahren technischer Entwicklungen hin. Er war als künstlerischer Leiter beim österreichisch-indischen Theaterprojekt „INDIA – Jewels of Fantasy“ tätig und gründete im Februar 2005 in Südindien eine Malschule für Leprakranke.