Diagnose, Therapie

Die Diagnose der Lepra ist im Wesentlichen eine klinische Untersuchung des Kranken. Sie beruht auf der Feststellung eines der typischen Merkmale der Krankheit.

  • ein oder mehrere depigmentierte, desensibilisierte Flecken auf der Haut (1 – 5 Flecken = tuberkulöse Form, 5 Flecken und mehr lepromatöse Form)
  • Verdickung und knotig tastbare periphere Nerven und dort auftretende Muskelschwäche

Im Zweifelsfall wird mittels einer Gewebeuntersuchung oder einem Ritztest eine zusätzliche Diagnose erstellt. Mittels der Differenzialdiagnose kann die Lepra von ähnlichen Krankheitsbildern (z. B. Weißfleckenkrankheit, Psoriasis) unterschieden werden.

Zurzeit wird an der Entwicklung neuer Tests gearbeitet, deren Handhabung bequemer ist und die die Krankheit in einem früheren Stadium erkennen können. Da die Infizierten die KH bereits übertragen, obwohl sie selbst noch keine Symptome aufweisen, sind solche Tests für die Eliminierung von großer Bedeutung, weil die Behandlung früher begonnen werden kann und somit Ansteckung und Verstümmelungen reduziert werden.

Vom Zeitpunkt der Entdeckung des Erregers 1873 vergingen 70 Jahre bis in der Behandlung von Lepra erste Erfolge erzielt wurden. Anfang der vierziger Jahre wurde das Antibiotikum Dapson entdeckt. Dieses Medikament tötet die Bakterien jedoch nicht ab, sondern bremst „nur“ deren Vermehrung im Körper. Es wurden immer bessere Medikamente entwickelt, bis in den achtziger Jahren die sogenannte Multi-Drug Therapy (MDT), eine Kombination aus mehreren Antibiotika (Rifampicin, Dapson, Clofazimin), erfolgreich eingesetzt wurde. Die Medikation und die Dauer der Einnahme hängen von Form und Schwere der Lepra ab, liegt jedoch zwischen 6 und 18 Monaten.